Pressemitteilung
K&L Gates begleitet Leuna – Polyamid GmbH nach Eigenverwaltung und Investorenprozess bei geordneter Stilllegung
Frankfurt am Main, 1. Oktober 2026 – Die internationale Wirtschaftskanzlei K&L Gates begleitet die Leuna – Polyamid GmbH auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens weiter bei der geordneten Stilllegung ihres Chemiestandorts in Leuna. Die Beratung erfolgt unter gemeinsamer Federführung der Restrukturierungs- und Insolvenzrechtspartner Dr. Georg Bernsau und Nadja Raiß.
K&L Gates hatte die Geschäftsführung bereits während des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung umfassend begleitet und gemeinsam mit ihr an einer Fortführungslösung für das Unternehmen gearbeitet. Bestandteil der Restrukturierungsbemühungen war insbesondere ein intensiver M&A-Prozess mit dem Ziel, einen Investor für den Geschäftsbetrieb und damit eine langfristige Perspektive für den Standort zu finden.
Nachdem trotz intensiver Bemühungen keine tragfähige Investorenlösung erzielt werden konnte, wurde das Insolvenzverfahren am 1. Oktober 2026 eröffnet. Der Insolvenzverwalter hat einen Großteil der Immobilien und Produktionsanlagen aus der Insolvenzmasse freigegeben. Diese fallen damit an die Leuna – Polyamid GmbH zurück. Die Gesellschaft und ihre Geschäftsführung stehen nun vor der anspruchsvollen Aufgabe, den großflächigen Chemiestandort geordnet und sicher herunterzufahren.
K&L Gates begleitet die Geschäftsführung auch in dieser Phase umfassend. Neben den insolvenz- und gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen geht es insbesondere darum, die komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen der Stilllegung zu koordinieren und die Geschäftsführung bei der geordneten Abwicklung der Gesellschaft zu unterstützen. Die Sicherung und Stilllegung des Standorts wird vom Land Sachsen-Anhalt finanziert und überwacht.
„Unser vorrangiges Ziel war von Beginn an, eine tragfähige Fortführungslösung für Leuna – Polyamid zu erreichen und möglichst viele Arbeitsplätze und industrielle Strukturen am Standort zu erhalten. Dass dies trotz eines intensiven Investorenprozesses nicht gelungen ist, ist außerordentlich bedauerlich“, sagt Dr. Georg Bernsau. „Professionelle Restrukturierungsberatung endet aber nicht dort, wo eine Sanierung nicht mehr möglich ist. Gerade dann gilt es, Verantwortung zu übernehmen und Geschäftsführung und Unternehmen auch durch die schwierige Phase einer geordneten Abwicklung zu begleiten. Bei einem Chemiestandort dieser Größenordnung ist das rechtlich und operativ eine außergewöhnlich anspruchsvolle Aufgabe.“
Die Stilllegung der Produktionsanlagen soll nach Abschluss der letzten Produktion schrittweise erfolgen. Vorgesehen sind insbesondere die Sicherung, Entleerung und Reinigung der Anlagen.
„Das Verfahren zeigt sehr deutlich, wie breit das Aufgabenspektrum moderner Restrukturierungsberatung heute ist“, ergänzt Nadja Raiß. „Wir haben die Gesellschaft von der Eigenverwaltung über den Investorenprozess bis zur jetzigen Abwicklungsphase begleitet. In jeder dieser Phasen geht es darum, gemeinsam mit der Geschäftsführung die unter den jeweiligen Umständen bestmögliche und rechtssichere Lösung umzusetzen.“
Die Leuna – Polyamid GmbH produziert am Standort Leuna unter anderem Caprolactam, Phenol und Aceton sowie Polyamid 6 (Nylon 6), einen technischen Kunststoff, der insbesondere in der Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie sowie für hochwertige Konsumgüter eingesetzt wird.
Berater K&L Gates
Federführend: Dr. Georg Bernsau (Partner, Restrukturierung und Insolvenzrecht) und Nadja Raiß (Partnerin, Restrukturierung und Insolvenzrecht).
Das weitere multidisziplinäre K&L Gates-Team umfasst Stefan Zahn, Konstantin Krüger, Lilly Reichwein und Sandra Molnar (alle Restrukturierung und Insolvenzrecht), Dr. Angelika Bartholomäi (Corporate sowie Restrukturierung und Insolvenzrecht), James Schütze (Mergers and Acquisitions) sowie Torsten Limberg (Banking & Asset Finance).